US Dollar auf dem Aufschwung?

Nach der Unterzeichnung des Konjunkturplans als Gesetz durch Präsident Barack Obama am gestrigen Tag, verzeichnete der USD bescheidene Gewinne im Vergleich zu den meisten seiner Währungs-Rivalen. In Erwartung der heutigen Wohnungsmarktdaten könnte der USD weiter an Stärke zulegen, es sei denn die Daten erweisen sich als zu enttäuschend um das Vertrauen von Investoren zu rechtfertigen.

Der Dollar verzeichnet weitgehend Gewinne

Inmitten zunehmender Sorgen um die Weltwirtschaft und schwerer Bedenken seitens Investoren darüber, dass die Banken der Eurozone den finanziellen Unruhen in Ost-Europa ausgesetzt sind, konnte der Dollar am Dienstag Zugewinne verzeichnen.

Dazu trug auch die Unterzeichnung des $787 Mrd. Konjunkturplans als Gesetz durch Präsident Barack Obama am gestrigen Tag bei. Die Gesetzesvorlage wurde am Freitag von beiden Häusern des Kongresses verabschiedet.

Die US-Währung stieg gestern um 1,4% und schloss den Handel bei 1,2595 zum EUR, nachdem er zuvor schon bis auf 1,2564 gestiegen war, dem höchsten Stand seit dem 4. Dezember vergangenen Jahres. Verglichen zur japanischen Währung stieg der USD um 0,8% auf 92,44 Yen und damit nicht weit entfernt vom höchsten Stand seit einem Monats von 92,75 der heute morgen erreicht wurde.

Obwohl die Daten der US-Wirtschaft ein düsteres Bild zeichnen und der Produktionsaktivitäts-Index der New Yorker Federal Reserve Bank in diesem Monat auf ein Rekordtief abgesackt ist, sehen Analysten im Dollar immer noch die beste Kurzzeitanlage-Alternative für Investoren. Es scheint, als wäre die Nachfrage nach US-Wertpapieren im Dezember zurückgekehrt, was auch durch das beständige Sicherheits-Kaufen von in Dollar angegebenen Depositen unterstrichen wird.
Da der Fokus der Märkte auf den schlechten Nachrichten aus Ost-Europa, die eine wichtige Rolle bei der Schwäche des EUR spielen, sowie dem Absacken des japanischen Bruttoinlandsprodukts liegt, suchen Investoren die relative Sicherheit des Dollar, was diesem Zugewinne verschafft.

Euro-Kurs sinkt aufgrund Besorgnis über Ost-Europa

Die Währung der Eurozone wurde verglichen zum Dollar zum tiefsten Kurs seit 10 Wochen gehandelt, nachdem eine Kredit-Agentur bekannt gab, sie würde die Ratings verschiedener Banken mit Dependancen in Ost-Europa herabsetzen, was zu Befürchtungen Anlass gab, die finanziellen Unruhen werden sich noch verstärken.
Die Agentur vertritt die Meinung, höhere Provisionen für faule Kredite, der Anstieg der Kreditaufnahmekosten bei Banken und sich abschwächende Währungen werden sich negativ auf die Rentabilität der betroffenen Banken auswirken und damit ihre Kapitalbasis aufzehren. Folglich ist es sehr wahrscheinlich, dass der EUR verglichen zu USD und JPY weitere Verluste verzeichnen wird und die US- und japanische Währung als Safe-Hafen-Währungen immer attraktiver werden.

Der EUR schloss gestern in New York bei 1,2579 gegenüber Vorwert von 1,2582. Ähnlich sah es beim Yen aus mit 116,31 gegenüber Vorwert von 116,27. Auch zum britischen Pfund Sterling fiel die europäische Währung gestern um 1,3% auf 88,45 Pence zum EUR, nachdem das britische Statistische Bundesamt einen Rückgang der Inflation im letzten Monat bekannt gab, was Analysten annehmen lässt, die Bank of England (BoE) werde das Tempo mit dem sie Ihren Leitzins senkt zurückschrauben.

Analysten sehen den Hauptgrund für die Schwäche des EUR in der Sorge, nicht nur um die europäischen regionalen Wirtschaften, sondern insbesondere denen in Ost-Europa, wo der Verfall der Währungen generell rapide zunimmt. Der EUR geriet ebenfalls unter Druck aufgrund steigender Erwartungen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) sich letztendlich doch den Leitzinssätzen annähern muss, die die US-Notenbank und die Bank of England vorgegeben haben. Marktbeobachter erwarten, dass der Leitzinssatz für die Eurozone später im Jahr auf unter 1% fallen könnte, jedoch bereits wohl schon im März ein vorläufiger Rekord-Tiefstwert von 1,5% erreicht wird.

Japanisches Bruttoinlandsprodukt verstärkt Rezessionsängste

Die japanische Wirtschaft, die noch vor wenigen Monaten als die beste der führenden Wirtschaftsnationen der Welt angesehen wurde, ist jetzt zur schlechtesten geworden.
Das japanische Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im letzten Quartal, aufs Jahr bezogen, um 12,7%. Die japanische Regierung müht sich nach Kräften um der Wirtschaftskrise zu begegnen und könnte sogar sein Konjunkturpaket um 20 Billionen auf 30 Billionen Yen aufstocken, um ein Zusatzbudget für das Steuerjahr ab 1. April 2009 zu finanzieren. Was die japanische Wirtschaft ebenfalls leiden ließ, war der Run auf den Yen. Dieser ist im vergangenen Jahr um 17% gestiegen, und beim heutigen Handel liegt er verglichen zum USD bei 92,44.

Da sich die weltweite Finanzkrise verschärft reduzieren Investoren ihre Carry Trades, bei denen sie Kredite in einer Währung mit vergleichsweise niedrigen Zinsen aufnahmen, um sie in einer anderen Währung zu investieren, die einen höheren Zinssatz hat als Japan. Investoren richten ihr Augenmerk darauf, ob die Bank of Japan (BOJ) besondere Maßnahmen hinsichtlich ihrer Niedrigzinspolitik bekannt geben wird. In ihren Bemühungen der schwankenden Wirtschaft wieder auf die Beine zu helfen, hat die BOJ den Leitzinssatz bereits auf 0,1% gesenkt, gegenüber 0,5% noch im Oktober. Nach Ansicht einiger Analysten werden die Entscheidungsträger der BOJ die Kosten für Kreditaufnahmen am 19. Februar unverändert belassen, was den JPY seinen derzeitigen Trend fortsetzen lassen dürfte.

OPEC berät Produktionsdrosselungen; Öl-Nachfrage sinkt

Wie am Dienstag bekannt gegeben wurde, berät die Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) über weitere Produktionsdrosselungen, falls die Nachfrage nicht ausreichend genug sein sollte um die Fördermengen aufzunehmen. Die OPEC, die mehr als ein Drittel des Welt-Ölbedarfs stellt, bemüht sich permanent die Produktion der Nachfrage einer abschwächenden Weltwirtschaft anzugleichen.
Die OPEC-Mitglieder treffen sich wieder im März um genau dieses Thema zu diskutieren. Der Rohölpreis ist seit seinem Höchstwert im vergangenen Juli um über $110 gefallen und wurde am Dienstag bei $38 pro Barrel gehandelt. Seit Dezember bewegt sich die Handelsspanne bei Rohöl im $35 bis $45 Bereich.

Analysten sind der Meinung, die wirtschaftlichen Aussichten werden das erste Halbjahr 2009 weiterhin dominieren. Die USA, die Eurozone und Japan befinden sich alle in einer Rezession, was die Nachfrage nach Öl sinken und den Preis für Rohöl weiter fallen lässt.
Händler sollten die Bekanntgaben zu den US-Rohölbeständen am Mittwoch und am Donnerstag seitens der entsprechenden Behörden aufmerksam zur Kenntnis nehmen. Diese Zahlen geben Aufschluss darüber, wie viele Reserven noch von großen Energiekonsumenten, wie z.B. den USA, gehalten werden.


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