Wie wichtig ist der US Haushaltssaldo für Aktien?

Das Ergebnis des US-Haushaltssaldo für den Monat September wird voraussichtlich zur Triebfeder für USD-Volatilität, die den heutigen Devisenhandel bestimmt. Weitere mögliche Auslöser für Kursschwankungen am Markt sind möglicherweise der Bericht zu den deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen, Großbritanniens Verbraucherpreise für September sowie der Inflationsbericht der Bank of England.

US-Dollar stürzt aufgrund Wirtschaftsaufschwung

Am Montag rutschte der US-Dollar in seinem Wert deutlich ab, nachdem gestern erneute Anzeichen für eine Erholung der globalen Wirtschaftslage deutlich wurden.

Wie steht es um den US Dollar?
Wie steht es um den US Dollar?

Der Dollar-Index, der den Wert des US-Dollars mittels eines Währungskorbs aus sechs Währungen wie EUR, Britisches Pfund, Yen, Schwedische Kronen und Schweizer Franken vergleicht, fiel um 0,4% auf die Marke von 76,162.
Der USD-Rückgang nahm zu, als die Kurse an den US-Aktienmärkten anzogen, insbesondere die Aktienindizes Dow Jones und S&P. Der starke Kursabfall des USD ließ sich auf die auffallend hohe Volatilität und geringe Liquidität an den Devisenmärkten zurückführen, die sich aufgrund des gestrigen US-Feiertags Columbus Day einstellten. Händler forcierten den deutlichen Kursabfall, indem sie ihre USD-Anlagen zugunsten von EUR und AUD abstießen.

EUR/USD kletterte im gestrigen Handel dementsprechend um solide 180 Punkte auf 1,4780. Erhebliche Kursverluste verzeichnete der USD auch gegenüber dem Kanadischen und dem Australischen Dollar.
In den beiden Nationen scheint sich die Konjunkturerholung in einem schnelleren Tempo zu vollziehen als in den USA. Darüber hinaus profitieren die beiden stark energieabhängigen Wirtschaftssysteme vom jüngsten zinsbullischen Trend der Energiepreise. Eine positive Entwicklung für den USD konnte im Bezug auf das Währungspaar GBP/USD beobachtet werden, dessen Notierung bei 1,5800 einen deutlichen Kursabfall des Pfund Sterling zum dritten Tag in Folge markierte.

Heute ergeben sich einige gute Handelsgelegenheiten für Forex-Händler, die in USD-Anlagen investieren. Die führenden Indikatoren der US-Wirtschaft werden heute das US-Haushaltssaldo und der IBD/TIPP-Index zum US-Verbrauchervertrauen sein. Sollten die Ergebnisse eine deutliche Verbesserung erkennen lassen, wird der USD seinen bärischen Trend voraussichtlich fortsetzen.
Darüber hinaus könnten entsprechende Resultate Investoren dazu veranlassen, sich auf wichtige Rohstoff-Anlagen wie Gold, Silber und Rohöl zu konzentrieren, was zusätzlichen Druck auf den USD ausübt. USD-Anleger sollten heutige Wirtschaftsdaten aus der Eurozone und Großbritannien ebenfalls im Auge behalten, die im gesamten Tagesverlauf direkten Einfluss auf den USD nehmen können.

Pfund Sterling fällt auf 5-Monatstief gegenüber EUR

Das Britische Pfund erreichte im gestrigen Handel ein 5-Monatstief gegenüber dem EUR. Dabei kletterte der FTSE 100 Index zuvor, in Erwartung, dass Großbritanniens Zinssätze auch in den kommenden Monaten niedrig bleiben und angesichts eines steigenden Marktoptimismus, auf ein einjähriges Rekordhoch.
Darüber hinaus kehrten Investoren dem Pfund den Rücken, nachdem Experten erklärten, dass sie von einer Erweiterung der GB-Sonderpolitik auch in den kommenden Monate ausgehen, was wiederum bedeutet, dass EUR/GBP bis zum Ende des Jahres Parität erreichen könnte. Ob diese Voraussagen sich als richtig erweisen, werden die nächsten Handelswochen ergeben.

EUR/GBP erreichte am Montag ein Tageshoch bei 0,9382 und schloss zu Handelsschluss bei 0,9353. Auch der GBP-Abwärtstrend gegenüber dem USD setzte sich fort. Das Paar notierte bei 1,5800.
Diese Entwicklung ergab sich trotz schwachem USD im Montagshandel. Der EUR wiederum verbuchte einen Kursgewinn von 180 Punkten zum USD und notierte zum Ende des Handelstages bei 1,4780. Die europäische Gemeinschaftswährung machte auch gegenüber dem japanischen Yen Boden gut. Die aktuellen Trends für GBP und EUR könnten anhalten, solange sich die globale Wirtschaftserholung fortsetzt.

Heute stehen einige wichtige Datenveröffentlichungen, sowohl aus der Eurozone als auch Großbritannien auf der Wirtschaftsagenda. Großbritanniens Verbraucherpreise für September sowie der Einzelhandelspreisindex werden um 10:30 Uhr erwartet. Darüber hinaus sollten Forex-Händler den Inflationsbericht der Bank of England gut im Auge behalten.
Positive Ergebnisse dieser Wirtschaftsindikatoren werden den GBP voraussichtlich stützen, was eine Trendwende für die jüngst bärischen Tendenzen des Pfund einleiten könnte. Aus der Eurozone erwarten die Marktteilnehmer um 11:00 Uhr die ZEW-Konjunkturerwartungen in Deutschland. Marktoptimismus könnte den zinsbullischen EUR-Trend für heute forcieren.

Gemischte Ergebnisse für Yen gegenüber Hauptwährungen

Am gestrigen Handelstag ergaben sich für Japans Yen gemischte Ergebnisse gegenüber den Hauptgegenwährungen. Der Yen-Handel stehe derzeit unter dem Einfluss der Entscheidung der Bank of Japan (BoJ) zum Kreditprogramm für Unternehmen, die im Ausland tätig seien, so Experten. Japans Unternehmen haben ihren Zugriff auf Kredite mittlerweile wiedererlangt.
Des Weiteren gehen Analysten davon aus, dass Japans Zinsrate bis Ende 2010 unverändert niedrig bei 0,1% bleibt. Entsprechend hoch ist die Volatilität an den Devisenmärkten diesbezüglich, unabhängig von der Wirtschaftserholung des Landes.

Gegenüber EUR und Australischem Dollar ergaben sich für den Yen Abwärtstendenzen. Zum USD wiederum verzeichnete der JPY Kursgewinne. Gleicherweise ergab sich ein Kursanstieg zum GBP. Das Währungspaar GBP/JPY fiel um 75 Punkte auf 141,90. JPY-Händler sollten ihr Augenmerk unbedingt auf den Corporate Goods Price Index (CGPI) richten, der unter anderem die Veränderungen der Durchschnittspreise von Dienstleistungen für Unternehmen misst und heute Nacht um 01:50 Uhr ausgegeben wird.
Wichtige Indizes der übrigen Wirtschaftsnationen bleiben selbstredend auch für den JPY von Bedeutung, der stets unter dem Einfluss der Hauptgegenwährungen steht.

Ölpreise erreichen 7-Wochen-Hoch

Im gestrigen Handelsverlauf stiegen die Ölpreise bis auf ein 7-wöchiges Hoch und erreichten die Marke von $73 pro Barrel. Experten führen die äußerst zinsbullischen Preisentwicklungen beim Rohöl in der letzten Zeit auf die globale Konjunkturerholung sowie neuen Marktoptimismus zurück. Investoren gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Rohöl in den kommenden Monaten stark ansteigen wird.
Der zinsbullische Rohöl-Trend wird weiterhin von einem schwachen US-Dollar sowie Inflationsängsten gestützt, die Anleger dazu veranlassen, in Rohstoffe als Hedge Fonds zu investieren.

Allem Anschein nach werden sich diese Tendenzen weiter fortsetzen, solange die US-amerikanische Währung schwach bleibt und sich eine globale Konjunkturerholung künftig fortsetzt. Investoren halten wieder verstärkt Ausschau nach gewinnträchtigeren Währungen und Rohstoff-Anlagen.


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